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Auf das Sterben vorbereiten
4. August 2009
Allgäuer Anzeigeblatt – Oberallgäu, 4. August 2009
Nachgefragt
Bei Lama Ole Nydahl
Lama Ole Nydahl stammt aus Dänemark und ist der wichtigste westliche Lehrer des Diamantweg-Buddhismus.
Ab heute bis zum 16. August findet das größte Buddhistentreffen Deutschlands mit Teilnehmern aus 40 Ländern in Immenstadt statt. Was erwartet die Teilnehmer?
Lama Ole Nydahl: Eine Einweihung in den Buddha des Grenzenlosen Lichts, gegeben vom höchsten Linienhalter der Buddhistischen Karma Kagyü Schule aus Tibet. Danach gebe ich – wie schon letzten Sommer – einen fünftägigen “Phowa”-Kurs zum Erlernen des bewussten Sterbens. Um die 70 000 Menschen haben weltweit seit 1987 erfolgreich diese Praxis erlernt. Danach werden wir 72 Stunden zur Erweckung von Mitgefühl meditieren.
Wieso findet die zweiwöchige Veranstaltung im Oberallgäu statt?
Lama Ole Nydahl: Weil wir das Gut Hochreute so mögen. Mit der freundlichen Hilfe der Bürger und Behörden von Immenstadt ist es heute der Hauptsitz von 600 Buddhismus-Zentren. Insgesamt gibt es 120 Zentren in Deutschland.
Was steckt hinter der Veranstaltung?
Lama Ole Nydahl: Wir wollen das philosophisch-psychologische Wissen von den alten Meditationslinien Tibets erhalten und fortführen.
Wo werden die Teilnehmer wohnen und wie gelangen sie zum Tagungsort?
Lama Ole Nydahl: Die Teilnehmer kommen in Pensionen, Hotels und auf Campingplätzen in der Region unter. Es gibt ein Shuttle-Service von mehreren öffentlichen Parkplätzen zum Gut Hochreute.
Die Karma-Kagyü-Linie ist eine der großen buddhistischen Schulen des Diamantweges, eine von drei Arten des Buddhismus. Was beinhaltet diese Tradition?
Lama Ole Nydahl: Der Buddhismus kam zweimal nach Tibet, erst um das Jahr 750 mit der “alten” Schule, die um 800 von Schamanen aufgerieben wurde. Und dann wieder um das Jahr 1050, als die Lehre aus Indien vor der Zerstörung durch Moslems gerettet wurde. Die Karma-Kagyü-Linie verwendet beide Quellen und macht mit vielen Mitteln den Geist als zeitloses klares Licht erlebbar.
Meditation spielt eine große Rolle?
Lama Ole Nydahl: Ja, die Teilnehmer werden einerseits geleitet meditieren aber auch eigenständig, um Erfahrungen von Überschuss für andere und Freude in sich selbst zu festigen. Das Ziel einer jeden Vertiefung ist, menschlich so weit zu geraten, dass man für die meist Möglichen nützlich sein kann. (kep)
Geschrieben am 4. August 2009.







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