Buddhisten nehmen Naturschutz ernst

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Buddhisten nehmen Naturschutz ernst
25. Mai 2011

Landschaftsarchitekt Dipl. Ing (FH) Michael Borth, der mit der Landschaftsplanung beauftragt ist und Architekt Dipl. Ing. (TU) Philip Leube von der Buddhismus Stiftung Diamantweg, diskutieren die Landschaftsplanung auf Gut Hochreute.

Landschaftsarchitekt Dipl. Ing (FH) Michael Borth, der mit der Landschaftsplanung beauftragt ist und Architekt Dipl. Ing. (TU) Philip Leube von der Buddhismus Stiftung Diamantweg, diskutieren die Landschaftsplanung auf Gut Hochreute.

Nachdem der Bebauungsplan für das Buddhismuszentrum auf Gut Hochreute genehmigt wurde, hat das Zentrumsteam mit der Abstimmung des Gesamtkonzepts begonnen, die aufgrund der Ehrenamtlichkeit der Stiftunsmitglieder noch eine Weile andauern wird. Eine erste Vorstellung der Landschaftsplanung im Kontext des Gesamtkonzeptes – das außerdem den Neubau und die Straße berücksichtigt – ist für den Herbst 2011 vorgesehen. Wenn der Bauantrag genehmigt wurde, frühestens jedoch im Frühjahr 2012, wird mit dem Neubau begonnen. Die nötigen landschaftspflegerischen Einzelmaßnahmen schließen sich – nach der Abstimmung mit kommunalen und behördlichen Gremien, der Diskussion mit dem Bund Naturschutz und dem Vorliegen der behördlichen Genehmigungen – ab Herbst 2012 an. Sie werden abschnittsweise auf einen Zeitraum von 5 Jahren verteilt.

Aus buddhistischer Sicht geht es darum, die perfekte Natur des eigenen Inneren zu erkennen, das sich immer auch im Außen spiegelt. Aus diesem Grund ist das malerisch gelegene Gut Hochreute der ideale Ort für ein Meditationszentrum und der Landschaftsplanung kommt eine besondere Bedeutung zu. Momentan steht neben der Bauplanung die Betrachtung der Natur im Zusammenspiel mit den Menschen und ihren Bedürfnissen – auch im historischen Kontext – im Vordergrund. Erhalt, Pflege und Weiterentwicklung der Offenheit des Geländes mit seinem Erholungswert für die Menschen aus der Umgebung sind wesentliche Planungsziele und wichtiger Bestandteil des Projekts. In diesem Zusammenhang kommt der Gestaltung der Flächen oberhalb des Gutes eine besondere Bedeutung zu. Um die Schönheit des Geländes erlebbar zu machen, sind für die Zukunft einige Maßnahmen angedacht, die zur Zeit besprochen werden, so könnten z.B. alte Wege aktiviert, ein Naturlehrpfad angelegt und Biotope gekennzeichnet werden.

 

Mehr Aufenthaltsqualität im Gelände

Derzeit wird ein landschaftspflegerischer Gesamtplan (Masterplan) für die Freiflächen erarbeitet. Dieser beinhaltet alle noch ausstehenden, naturschutzfachlich fundierten und genehmigungsfähigen landschaftlich bedeutsamen Baumaßnahmen.

So sollen z.B. die bestehenden Biotopflächen auf dem Gelände von Gut Hochreute im Rahmen der Ersatz- und Ausgleichsplanung aufgewertet und vernetzt werden. Es sollen ökologische Ausgleichsflächen entstehen, die gleichzeitig mehr Aufenthaltsqualität bieten. Hierzu sind unter anderem vorgesehen:

- die Fließgewässerrenaturierung durch die Wiederherstellung derzeit verrohrter Bachabschnitte,

- die Anlage von Magerrasenstrukturen,

- die Anpflanzung von Gehölzstrukuturen (Hecken, Feldgehölze, Baumreihen).

Ein besonderes Augenmerk gilt dem lebensspendenden Wasser und seinem Lauf. So sollen verrohrte Bachläufe in Teilabschnitten wiederhergestellt werden. Das Wasser soll in der Landschaft gehalten und am Hang nach unten hin schonend und langsam abgegeben werden. In engem Zusammenhang damit steht die Umbildung der Waldflächen – die momentan hauptsächlich aus größtenteils stark überalterten Beständen von flachwurzelnden Fichten bestehen – in einen gestuften, laubreichen Bergmischwald, der aufgrund seiner tieferen Durchwurzelung das Wasserspeichervermögen der Böden erhöht, sowie die Hangbefestigung verbessert. Damit wurde bereits begonnen, dies ist jedoch ein langfristiges Ziel, das in etwa 30 Jahren zu erreichen ist. Dies soll mit einer Durchforstung erreicht werden, Kahlschläge werden wenn möglich vermieden. Sicherheitsbelange (unterhalb der Villa drohten z.B. die überalterten Fichten auf Bahn und Strasse zu stürzen) oder Käferbefall machten in Bereichen Kahlschläge notwendig. Aus diesen Gründen wurden auf dem Gelände bereits mehr als 10 000 Bäume neu gepflanzt.

 

Mehr Möglichkeiten zur geistige Entwicklung

Auch die Planung des Neubaus wird mit großer Sorgfalt betrieben: Nach der Änderung des Bebauungsplanes läuft derzeit die Planung für den Ausbau des Stalls und den Erweiterungsbau auf Hochtouren. Das Konzept für den Neubau wird nach Erhalt der Genehmigungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Es wird von renommierten und erfahrenen Vorarlberger Architekten umgesetzt.

Die geplanten Neubauten ergänzen das denkmalgeschützte Ensemble des Bestandes um solche Funktionen, die die angestrebte Nutzung als Seminarzentrum erst ermöglichen. Die eingeschossigen Gebäude im Norden des Wirtschaftsgebäudes (zukünftig: Meditationshalle) nehmen Betriebsräume, Lager und Werkstätten auf. Daran schließen sich östlich drei zweigeschossige Gebäudetrakte mit Wohnräumen und Gästezimmern an. Zusammen umschließen sie einen neuen Hof, der sich zur Landschaft hin öffnet. Der Neubau tritt durch sein begrüntes Dach, die geringe Höhe und vor allem durch die Lage – versetzt hinter dem Wirtschaftsgebäude – weder vom See her noch von der Zufahrt zu Gut Hochreute stark in Erscheinung.

Immenstädter Bürger können sich am Tag der offenen Tür direkt im Europe Center über den aktuellen Stand der Planungen informieren. Er findet am 11. September auf Gut Hochreute statt, das in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert.

 

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Geschrieben am 25. Mai 2011.